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Pressebericht vom Neujahrsempfang 2010

Nachfolgend können Sie den Pressebericht der Aichacher Zeitung vom Neujahrsempfang 2010 lesen.
Neujahrsempfang 2010

(Pressebericht Aichacher Nachrichten von Martin Golling)

 

Affing .Wer in Affing einen Verein führt, sich in den Pfarrgemeinden ehrenamtlich engagiert, wer sich zu Hause still um seine pflegebedürftigen Angehörigen kümmert, wer Arbeitsplätze in der Gemeinde und deren Region schafft und bereithält, wer soziale, kirchliche oder Umweltaufgaben schultert und wer im zurückliegenden Jahr volljährig wurde, der bekommt Mitte Dezember ein Schreiben von der Gemeinde.

 

Er ist damit geladener Gast beim Affinger Neujahrsempfang, kann sich einreihen in die Schar der Gäste und bekommt die guten Neujahrswünsche von den drei Affinger Bürgermeistern Rudi Fuchs, Rolf Fissel und Georg Brandmeier ausgesprochen und per Handschlag besiegelt. „The same procedure as every year", schmunzelt Anton, ein Jugendlicher, der zwar schon 18 ist, aber seine Freundin Bettina hierher begleitet. Sie ist „Jungbürger mit allen Rechten und Pflichten", wie es Rudi Fuchs in seiner Ansprache nennt.

 

Doch schnell kam Fuchs auf das Tagesgeschäft zu sprechen: Im ersten Jahr der Wirtschaftskrise habe es in Affing keinen Stillstand gegeben. „Wir haben die einen Projekte auf den Weg gebracht, andere vorangetrieben und wieder andere abgeschlossen", sagte Fuchs und verwies auf den rundum sanierten und fertig erweiterten Kindergarten Haunswies, das dortige Hochwasserrückhaltebecken und das neue Feuerwehrhaus in Affing.

 

„Riesiger Standortvorteil"

 

Als „wichtigste schul- und strukturpolitische Entscheidung" der letzten Jahrzehnte stufte Fuchs die Abstimmung des Kreistags ein, in Affing eine Realschule zu verwirklichen, was Fuchs als „gerechte, wohnortnahe Bildungseinrichtung für 20 000 Menschen im Nordwesten des Landkreises Aichach-Friedberg" bezeichnete. „Damit ist Affing die einzige 5000-Seelen-Gemeinde im 10 000 Quadratkilometer großen Regierungsbezirk Schwaben, die über eine Realschule verfügt. Ein riesiger Standortvorteil", urteilte Fuchs und dankte allen, die sich zugunsten dieser „überparteilichen Entscheidung" eingesetzt hatten.

 

Trotz aller guten Meldungen aus Affing sei die Finanzkrise auch dort angekommen. Doch obwohl allein bei der Gewerbesteuer ein Rückgang von 58 Prozent (in Zahlen: ein Ausfall von 1,3 Millionen Euro), zu verkraften ist, werde die Gemeinde eine „schwarze Haushaltsnull schreiben" und sei für 2009 ohne Kreditaufnahme ausgekommen.

 

Auch stellvertretender Landrat Rupert Reitberger sah im Projekt Realschule Bergen eine epochale Entscheidung: „Bildung ist unser Rohstoff Nummer eins. Dazu brauchen wir gleiche Chancen für alle im Landkreis."

 

Reitberger forderte nicht nur die Jungbürger auf, sich einzumischen und ihre Zukunft mitzugestalten. Der Neujahrswunsch des Landrats stammt aus einem Interview des Bayerischen Rundfunks und hat durchaus etwas valentinesk Hintersinniges: „Ich wünsch euch Glück. Und Glück is, wenn i mi jed'n Dog do kratzen kann, wo's mi zwickt und beißt."

 

Musik mitten im Publikum

 

Ganz angetan war Reitberger von der Musik in der Mehrzweckhalle. Für die Affinger Blasmusik hatte Johann Mittelhammer namhafte Blasmusiker der Region gewinnen können. Sein Bruder Ludwig Mittelhammer hatte das Quintett „Primavera" mitten im Publikum platziert. Es spielte Evergreens und Operettenmelodien. „Vor 20 Jahren stand ich noch davor und hab dirigiert. Heute geht das ohne Dirigenten, so gut sind die geworden", scherzte Reitberger mit Blick auf die Musikanten.

 

Noch etwas ist Tradition beim Neujahrsempfang in Affing. Das Büfett von Resi Breumair, das Tischfeuerwerk und die Pizzas von Pilsstuben-Wirt Stefan Thummerer. Wie sagte doch unser junger Freund? Ach ja: „The same procedure as every year."

 

 

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